Rundreise zu Ungarns vielversprechendsten Kultur-Reisezielen

Das Ungarische Tourismusamt veranstaltete zwischen dem 16.-17. November eine Bildungsreise zu einem „EDEN"-Reiseziel, der Region Obere Theiss, bei der es sich um eine Region mit einem der größten Vorkommen an mittelalterlichen Kirchen des Karpatenbeckens handelt. Die Region gewann dieses Jahr den Preis des vielversprechendsten Kulturreiseziels, nun hatten die anderen EDEN-Bewerber und die früheren Preisträger Gelegenheit, diese besondere Rundreise gemeinsam kennenzulernen.

Bei der Bewerbung mit dem Titel „Erbe des Feenlands – Mittelalterliche Kirchenroute im Gebiet Obere Theiss" wertete die Jury die Tatsache als großen Vorteil, dass auch kleinere Sehenswürdigkeiten und Attraktionen jenseits der Grenze in die Erlebniskette einbezogen worden waren. Die Region hat eines der größten Vorkommen an mittelalterlichen Kirchen des Karpatenbeckens, das Projekt bereichert die Themenroute außerdem noch um weitere Angebote, und den Besuchern erschließt sich hier das spektakulärste Natur- und Kulturerbe des Gebiets Obere Theiss.

Am ersten Tag der Bildungsreise wurden die Teilnehmer von den preisgekrönten EDEN-Gastgebern im Herzen von Bereg, in Vásárosnamény, empfangen, danach machte sich die Gruppe auf, die mittelalterlichen Kirchen von Szatmár zu erkunden. Nach der als „barfüßiger Notre Dame" bezeichneten reformatischen Kirche von Tákos besichtigten sie Csaroda und seine lächelnden Heiligen, die andere, zu Recht berühmte Perle der Region Obere Theiss. In dieser Gegend stellt man Pflaumenmus und Pflaumenschnaps aus der berühmten „Weiß nicht" Pflaumensorte her. Vor dem Mittagessen besichtigten die Teilnehmer die Schnapsbrennerei in Tarpa und probierten natürlich auch die Erzeugnisse. Das Menü begann mit einer Suppe aus gebundenen Nudeln gefolgt vom bekanntesten Gericht des Teils Szatmár Bereg, der Szabolcser Variante des gefüllten Krauts. Dessen Basis ist frischer Tomatensaft. Zum Nachtisch gab es Mürbeteiggebäck mit Pflaumenmus. Nach dem Mittagessen ging die Fahrt im Gebiet Szatmár bis zum Zsigmond-Móricz-Gedenkhaus weiter, wo die Teilnehmer in dem winzigen Lehmwandhaus mit seinem Dach aus gepresstem Stroh und seinen drei Zimmerchen einen Einblick in die Lebensgeschichte einer der bedeutendsten Personen der ungarischen Literatur erhielten. In den Räumlichkeiten ihrer Unterkunft, des Hotels Hunor, konnten die Gäste die Wildtiere von 5 Kontinenten betrachten. Nach den Mühen des Tages und dem Abendessen fanden die Gäste im Wellnessbereich des Hotels die verdiente Entspannung.

Der zweite Tag der Bildungsreise führte nach Szatmárcseke, wo der örtliche Pfarrer die Teilnehmer durch den Friedhof mit den kahnförmigen Grabsteinen führte. Der Friedhof mit seinen fast 600 mannshohen, stilisierte Menschenköpfe symbolisierenden, dunklen Grabhölzern beherbergt auch das Grab von Ferenc Kölcsey. Nach der Besichtigung der Wassermühle von Túristvánd führte der Weg zur reformierten Kirche von Vámosoroszi mit ihrem Bild vom Sündenfall, danach ging es nach Gyügye, wo sich die Teilnehmer in der mit dem Europa-Nostra Preis bedachten Kirche die naiven Darstellungen an der Kassettendecke ansahen. In Cégénydányád konnten sich die Gäste beim Besuch der im Naturschutzgebiet Hortobagyer Nationalpark gelegenen Kölcsey-Kende Kurie einen Eindruck von der Lebensweise der Feudalherren verschaffen. Das aus Gerichten der Region Szatmár-Bereg bestehende Mittagessen wurde an einem unverfälschten Dorfgasttisch in der Scheune von Cégénydányád eingenommen. Mit dem Besuch der auf dem Nachhauseweg liegenden, spätgotischen reformatischen Kirche von Nyírbátor endete die Bildungsreise.

Die in der Organisation des Ungarischen Tourismusamtes abgewickelte Bildungsreise trägt zur Verbreitung innovativer guter Praktiken im Tourismusbereich bei und bietet Anlässe für den Dialog zwischen Marktakteuren und Fachorganisationen.