Ungarische Erfolge auf Malta bei der Netzwerkkonferenz „Herausragende Europäische Reiseziele" der Europäischen Kommission

Kaposvár und die Region Zselic auf dem ersten Platz, die Region Őrség ist bei der diesjährigen Innovationsausschreibung EDEN als Sieger hervorgegangen.

Zu den Zielsetzungen der Initiative EDEN gehören die Einrichtung einer Plattform, um auf europäischer Ebene gute Praktiken auf dem Gebiet des nachhaltigen Tourismus austauschen zu können, sowie die Förderung der Vernetzung zwischen den preisgekrönten touristischen Reisezielen. Zur Umsetzung dieser Zielsetzungen hat die Europäische Kommission 2008 das europäische Netzwerk herausragender Reiseziele zur Unterstützung eines nachhaltigen Tourismus ins Leben gerufen, das aus allen preisgekrönten Reisezielen des EDEN-Projekts und allen Preisträgern besteht. Die Mitglieder unterzeichneten die „Erklärung von Brüssel" und verpflichteten sich offiziell, miteinander zu kooperieren und den Austausch von Informationen in Verbindung mit der Entwicklung des Fremdenverkehrs zu gewährleisten. Im Jahr 2012 rief die Mehrheit der Mitglieder des EDEN-Netzwerkes eine internationale gemeinnützige Organisation, den Verein EDEN-Netzwerk, ins Leben (AISBL).

Die 11. EDEN-Netzwerkkonferenz wurde unter Beteiligung von 18 Ländern am 26. Oktober 2016 auf Malta veranstaltet. Das Netzwerk ermöglicht jedes Jahr einen Wettbewerb der neuesten innovativen Entwicklungen der herausragenden europäischen Reiseziele in verschiedenen Themenbereichen. Dieses Jahr wurde der Wettbewerb in drei Kategorien ausgetragen.

In der Kategorie „Naturnahes Erlebnis" kamen Kaposvár und die Region Zselic auf den ersten Platz. Die sich über fast 1200 km² erstreckende, von Mensch und Natur gemeinsam geschaffene Kulturlandschaft Zselic liegt südlich von Kaposvár. Ihre Hügel erstrecken sich bis ins Stadtgebiet, weiter südlich birgt sie wildreiche, unberührte Waldgebiete, vorbildlich kultivierte Äcker und sich in die Täler erstreckende Siedlungen. In einigen ihrer Teile ist der Nachthimmel in einem so geringen Ausmaß von der Lichtverschmutzung betroffen, dass man ihm den Titel „internationaler Sternenhimmel-Park" verliehen hat. Mit der fortschreitenden Urbanisierung erhöht sich das Ausmaß der Lichtverschmutzung ständig. Für viele ist der Anblick des Sternenhimmels oder der Milchstraße unbekannt. Im Naturschutzgebiet Zselic eröffnet sich hingegen eine einzigartige Möglichkeit zur Beobachtung des Sternenhimmels. Der Sternenpark ist mit Ferngläsern, Planetarium, Meteoritensammlung und von Astronomen geführten, nächtlichen Beobachtungstouren gut für den Ansturm der Interessenten gerüstet. Die Programme sind auch für behinderte Menschen geeignet - für Sehbehinderte steht ein „fühlbarer Sternenhimmel" bereit, Hörbehinderten wird das nächtliche Naturerlebnis mit Hilfe eines auch nachts zu sehenden Gebärdensprachdolmetschers vermittelt.

Das Gebäude der Sternwarte, deren Dienstleistungen und ein Großteil der Informationspunkte sind für Behinderte - auch mit Rollstühlen - zugänglich. Die Sternentouren finden auf leicht begehbaren, gepflasterten oder asphaltierten Straßen statt. Taube Besucher können die Dienste eines Gebärdensprachdolmetschers in Anspruch nehmen. Auch Blinde können die Touren mithilfe eines speziellen Führers in Anspruch nehmen. Ein Spaziergang im nächtlichen Wald ist für jeden ein besonderes Erlebnis. Darüber hinaus stehen im Sternenpark Zselic einige nicht alltägliche, fühlbare Werkzeuge und Stoffproben zur Verfügung, die dabei helfen, sich das Leben der nächtlichen Waldbewohner, den nächtlichen Sternenhimmel und die Geschichten und Informationen der Astronomen vorzustellen und zu verstehen.

In der nächsten Kategorie wurden Veranstaltungen prämiert, bei denen die Besucher und Ortsansässigen die Programme aktiv genießen können. Das Kürbisfestival, eines der beliebtesten Welterbetourismus-Events der Region Őrség, ist eines der preisgekrönten Ereignisse. Hier kann man sich im Rahmen von volkstümlichen Spielen und künstlerischen Darbietungen mit dem örtlichen Kürbiskult vertraut machen und beim Kürbisstoßwettbewerb können Teilnehmer aller Altersklassen miteinander wetteifern.

In den Pausen zwischen den sehenswerten Darbietungen und der Besichtigung der Kürbiswunder-Kreationen haben die Besucher Gelegenheit, die aus Kürbis hergestellten kulinarischen Spezialitäten zu probieren. Gleichzeitig erfolgt auch die Wahl zum Kürbiskönig.

Damit unsere preisgekrönten Regionen beim nächsten Mal auch in der dritten Kategorie („Propagierung des Tourismus in den Sozialen Medien") eine gute Platzierung erreichen, ist der Hauptpreis von Kaposvár ein Lehrgang des Direktors von European Best Destination im Wert von 600 Euro, der die effektive Nutzung der Sozialen Medien ermöglicht.